Wahr/Falsch

True and False - Baby & Child
Zu Atopie neigende Haut, auch atopische Dermatitis genannt, betrifft eins von fünf Kindern1, aber „atopisch“ bedeutet nicht „untypisch“. Die Symptome von Ekzemen sind zwar unangenehm (Rötungen, Juckreiz, Trockenheit usw.), sind jedoch weder ungewöhnlich, ansteckend für andere Kinder noch unheilbar.

In Zusammenarbeit mit Dr. Clarence De BELOLOVSKY, Dermatologe und Mitglied des Mustela® Circle of Experts, verfasst.

 

• Atopische Haut, Ekzeme und Dermatitis: Sollten wir auf eine natürliche, pflanzliche Behandlung setzen?


Nein. Leider bedeutet „natürlich“ nicht unbedingt auch „harmlos“. Pflanzen können Allergene enthalten, die einen atopischen Schub hervorrufen können. Zu Atopie neigende Haut erfordert besondere Pflege. Im Zweifelsfalls sollte man von gleichzeitigen anderen Behandlungsversuchen absehen, insbesondere weil das tägliche Auftragen von lindernden Produkten und der von Ihrem Arzt für den Ausschlag verschriebenen topischen Steroide weiterhin sehr effektive Behandlungsmethoden sind, um Symptomen vorzubeugen und die Haut zu regenerieren und zu reparieren, während gleichzeitig der Juckreiz gelindert wird.
 

• Zu Atopie neigende Haut ist bei Kindern und Neugeborenen eine häufig auftretende Krankheit.


Wahr. Zu Atopie neigende Haut betrifft durchschnittlich eins von fünf Kindern weltweit (1)Sie ist bei Kindern die am weitesten verbreitete Hauterkrankung. Zusätzlich steigen diese Zahlen immer weiter an. Man sagt, dass sich in den industrialisierten Ländern der Prozentsatz an Menschen, die von zu Atopie neigender Haut betroffen sind, innerhalb von 30 Jahren verdreifacht hat (2)Machen Sie sich daher keine Sorgen: Falls Ihr Baby davon betroffen ist, ist dies keine Ausnahme und es ist damit nicht allein.
 

• Mein Kind hat zu Atopie neigende Haut und hat daher ein erhöhtes Risiko, Staphylococcus aureus oder Eiterflechte (Impetigo) zu bekommen.


FalschDiese Annahme spiegelt viel mehr eine Angst als eine Tatsache wider. Bei der Untersuchung nässender Stellen fragen wir uns sicherlich, ob zusätzlich eine Superinfektion vorliegt. Wahr ist, dass ein Vorkommen von Staphylococcus unter der Haut für alle Hauttypen normal ist. Diese Bakterien sind Teil der natürlichen Flora unserer Haut. Bei Entzündungen sind sie in höheren Konzentrationen zu finden, weshalb Hautproben zu diesem bestimmten Zeitpunkt höhere Werte zeigen. Glücklicherweise löst ihre Gegenwart nicht unbedingt eine Infektion aus. Dies kann zwar passieren, ist aber bei der richtigen Behandlung von atopischen Schüben selten. Eiterflechte (Impetigo) ist auf zu Atopie neigender Haut nicht häufiger zu finden als auf anderer Haut.
 

• Zu Atopie neigende Haut ist eine allergische Erkrankung.


WahrDas bedeutet, dass die Erkrankung von einer Überreaktion des Immunsystems auf vorhandene Allergene wie z. B. Milben ausgelöst wird. Sie entsteht nicht aufgrund von mangelnder Hygiene und ist nicht ansteckend.
 

• Zu Atopie neigende Haut ist erblich bedingt.


Dies ist in den meisten Fällen wahr Genauer gesagt haben 70% der Kinder mit zu Atopie neigender Haut ein Familienmitglied, das ebenso atopisch veranlagt ist. Im Detail bedeutet das, dass sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind von der Erkrankung betroffen ist, von 40% auf 50% erhöht, wenn eines der Elternteile zur Atopie neigt. Diese Wahrscheinlichkeit steigt von 50% auf 80%, wenn beide Elternteile atopisch veranlagt sind (3). Und was geschieht, wenn es keine Vorgeschichte in der Familie gibt? Die Erscheinungsformen von zu Atopie neigender Haut sind mit verschiedenen Genen verknüpft. Vielleicht leiden Sie selbst an der Erkrankung und haben diese vererbt bekommen – prinzipiell kann jedoch jeder Mensch davon betroffen sein.
 

• Zu Atopie neigende Haut ist ansteckend.


FalschAtopische Haut ist vieles: allergisch, genetisch, (manchmal) vererbbar, aber nicht ansteckend. Dies gilt selbst bei Ekzemschüben und Entzündungen.

 

• Zu Atopie neigende Haut ist eine lebenslange Erkrankung.

Nicht unbedingt Jedenfalls nicht mit gleichbleibender Schwere. Zu Atopie neigende Haut kann zwar sehr früh auftreten – ab den ersten Lebensmonaten –, sie kann sich jedoch im Alter von fünf oder sechs Jahren bessern und ist im Erwachsenenalter sehr selten anzutreffen. Die Erkrankung kann sogar vollständig verschwinden. Dies hängt allein von der Empfindlichkeit Ihres Kindes ab. Dank der Anwendung von speziellen lindernden Hautpflegeprodukten für Babys/Kinder und dem Ergreifen einiger einfacher Schritte zu Hause oder während der Aktivitäten Ihres Kindes können Sie jedoch die beschwerdefreien Phasen verlängern (siehe „Behandlung atopischer Dermatitis: Ist eine Verbesserung oder eine Heilung möglich?“)
  
 

• Zu Atopie neigende Haut kann andere Allergien hervorrufen.


Falsch. Ihr Kind kann zwar noch weitere Allergien aufweisen, jedoch nur, weil es generell zur Atopie neigt. Ekzeme sind nur ein Ausdruck davon. Andere Allergien, die von dieser Empfindlichkeit ausgelöst werden können, sind Asthma, Heuschnupfen, Bindehautentzündung und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. All diesen Fällen liegt die gleiche Struktur zugrunde: Das sehr empfindliche Immunsystem reagiert in der Gegenwart von Allergenen wie Staub, Pollen oder Milben über (siehe „Der Einfluss der Jahreszeiten“). Ihr Kind kann an mehrfachen Allergien leiden, jedoch ist dafür das Immunsystem und nicht seine zu Atopie neigende Haut verantwortlich.

 

• Es gibt Massnahmen, die beschwerdefreie Phasen begünstigen und den Juckreiz und atopische Reaktionen verringern können.


Wahr - und es gibt davon sehr viele. Z. B. spezielle lindernde Hautpflegeprodukte für Babys/Kinder sowie tägliche Vorsichtsvorkehrungen wie die Verwendung von Baumwollkleidung, ein gut durchlüftetes Zuhause, die Vermeidung von Schweissproduktion bei Ihrem Kind usw. Es sind hauptsächlich einfache Schritte, die beschwerdefreie Phasen verlängern und Ihrem Baby eine bessere Lebensqualität ermöglichen können, auch wenn dadurch nicht alle Schübe verhindert werden.
 

• Hautempfindlichkeit, zu Atopie neigende Haut usw.: Stimmt es, dass zu häufiges Baden meinem Kind schaden kann?


Wahr. Eine übertriebene Hygieneroutine kann bestimmte Allergien auslösen. Warum? Wenn der Körper Ihres Kindes weniger Mikroben ausgesetzt ist, reagiert das Immunsystem in dem Moment über, wenn es sich mit diesen konfrontiert sieht. Gilt dies auch für atopische Babys, die den Kontakt mit Allergenen vermeiden müssen? Ja, da das Immunsystem von früher Kindheit an durch Infektionen stimuliert werden muss. Dies trägt zu seinem Gleichgewicht bei. Staub oder Milben unter Kontrolle zu halten, um der Entwicklung von zu Atopie neigender Haut vorzubeugen, ist eine gute Idee, aber ein vollständiges Fernhalten dieser Elemente ist keine gute Lösung. Der Anteil von Kindern mit zu Atopie neigender Haut ist in industrialisierten Ländern mit möglicherweise übertriebenen Hygieneroutinen aus diesem Grund tatsächlich höher.
 
1Quellen: Watson 2011, Isaac 1998
3Quellen: Böhme 2003, Taïb 2008.